Kunst in der Krise: #Musicalmittwoch mit Ann Sophie Dürmeyer

Die aktuelle Situation geht auch an der Kunst nicht spurlos vorbei – im Gegenteil: gerade sie müssen aktuell häufig auf staatliche Hilfen verzichten und können ihren Beruf, ihre Berufung nicht ausüben.
Trotzdem ist es natürlich aktuell wichtig, dass man weiterhin zuhause bleibt und sich und seine Mitmenschen nicht unnötig gefährdet.

Wie der Alltag der Künstler momentan aussieht, wie sie die Situation sehen und was sie sich für die Zukunft erhoffen – darüber möchte ich in den kommenden Wochen immer wieder berichten und habe dafür einige Künstler gewinnen können.

Heute bei mir zu Gast: Ann Sophie Dürmeyer.

Ann Sophie ist eine deutsche Songwriterin und Musicaldarstellerin. Geboren in London, aufgewachsen in der Hafenstadt Hamburg verschlägt es sie nach dem Abitur nach New York, wo sie im Lee Strasberg Theatre and Film Institute eine zweijährige Schauspielausbildung absolviert.

Nach ersten eigenen Songs nimmt sie 2015 am ESC teil und gibt 2018 ihr Musicaldebüt als Gloria und Alex Owens in »Flashdance«. 


Von September 2019 bis Mai 2020 stand sie als Erstbesetzung der Indigo in der Stage- Produktion »Paramour« in der Neuen Flora auf der Bühne. Im November 2019 feiert sie außerdem den Release ihrer erster EP „Void“.

Zunächst mal ehrlich: Steht es wirklich so schlimm um die Kunst und Künstler, wie alle behaupten?

Nun ja, Künstler sein, ist an und für sich nicht ganz einfach. Ich denke in einem Bereich, haben wir gegenüber den „normalen“ Berufstätigen einen Vorteil: wir können mit den Phasen ohne Job umgehen. Denn das ist in einem Künstlerleben normal.

Dennoch nehme ich es sehr ernst. Für Künstler ist es nicht einfach, obwohl wir auf der einen Seite Kreativität nutzen können, um uns in dieser Zeit auszudrücken und beschäftigen zu können, ist die Frage des Einkommens und Gehalts eine andere.
Wir können nur hoffen, dass es sich wirtschaftlich stabilisiert und wir in Zukunft mit Jobs rechnen können, die uns ein Leben ermöglichen, in dem wir weiterhin von der Kunst leben können.

Hätte der „Einbruch der Kunst“ deiner Meinung nach verhindert werden können, wenn ja – wie?

Ich denke so schwarz- weiß kann man das nicht sehen. Es kam schließlich alles sehr plötzlich. Es wird viel versucht, um den Einbruch so weit es geht zu beheben. Eine Zukunft für alle, ist das Ziel.

Macht man sich als Künstler jetzt noch mehr Gedanken über ein zweites, vielleicht sichereres Standbein, oder ist so ein Down als Künstler fast schon normal?

Viele Standbeine sind immer gut. Vor allem in dieser Zeit. Mein Studium in Wirtschaftspsychologie kommt mir jetzt sehr gelegen. 😉

Was bedeutet Covid-19 für dich persönlich, was machst du in der freien Zeit?

Ich habe ehrlich gesagt unglaublich viel zu tun. Fast zu viel. Ich beende zum einen mein Studium in Wirtschaftspsychologie, zum anderen arbeite ich an drei Musikprojekten gleichzeitig. 🙂 Ich mache jeden Tag Sport, was jedoch vorher auch schon so war. Ich nutze die Zeit für die Kreativität aber auch mal zum Durchatmen. 🙂

Worauf freust du dich nach der Krise am Meisten? Nimmst du vielleicht auch etwas Positives mit aus der Zeit?

Ich nehme viel Positives mit. Ich glaube die Zeit, kann einem die Chance bieten, sich neu zu hinterfragen und zu orientieren. Man kann sich fragen, was man wirklich will, wohin die Reise gehen soll und was einem wirklich wichtig ist. Eigentlich bietet diese Zeit einem nur die Chance zu wachsen. Innerlich besser zu werden und mental stärker.

Du standest jetzt einige Monate als Indigo auf der Bühne in Hamburg. Gibt es weitere geplante Projekte, über die du schon berichten kannst?

Es gibt viel, ja. Aber ich denke, es ist immer besser erst darüber zu sprechen, wenn es soweit ist! 😉

Vielen Dank an Ann Sophie für das kurzfristige Interview. Schaut gerne auch bei ihr auf Instagram vorbei (lovealittleharder) oder besucht sie und ihre Musik auf Spotify, Applemusic und sonstigen Plattformen.

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