Sex, Drugs, Rock ’n’ Roll und Corona – zwei Semester Fernstudium an der SRH-Fernhochschule

Ein zweites Semester Fernstudium an der SRH-Fernhochschule liegt hinter mir. Zugegeben, mein persönliches Semester geht noch bis Mitte Oktober, aber ich wollte den Beitrag zum Fernstudium gerne schon vor offiziellem Studienstart schreiben und habe Euch auf Instagram gebeten, mir Fragen zum Studium zu stellen.

Kennst du schon den ersten Teil meiner Reihe rund um mein Fernstudium? Hier habe ich ein paar allgemeine Infos zusammengefasst.

*

Das war ein aufregendes Semester, oder? Nicht nur ich, die es sich so ausgesucht hatte, war plötzlich Fernstudentin, sondern ganz Deutschland lernte von zuhause. Viele dürften in der Zeit wohl gemerkt haben, dass Selbstorganisation und Disziplin im Studium doch nicht ganz so Larifari sind, wenn man plötzlich auf sich allein gestellt ist. Vorlesungen werden via Webcam aus dem Keller des Profs übertragen, feiern geht man auf der Animal-Crossing-Insel der jeweils anderen Nintendo-Switch und Nudeln mit Pesto werden zum Dauerrenner, weil die Mensa nicht mehr geöffnet hat.

*

WAS HAT SICH DURCH CORONA IN DEINEM STUDIUM/ STUDIENGANG VERÄNDERT?

Jetzt kann ich es zugeben: In meinem Fernstudium hat sich durch Corona im Grunde gar nichts geändert. Meine Vorlesungen waren schon immer in Full-HD – kein Grund zur außerordentlichen Freude also.

Einzig ein Workshop, den ich gerne mitgemacht hätte, ist ausgefallen und wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Auch andere Präsenzveranstaltungen und Klausurtermine wurden über Nacht verlegt oder zu Online-Klausuren und Hausarbeiten umgestellt. Da es diese Option an der SRH-Fernhochschule aber auch schon vorher gab, waren es keine gravierenden Änderungen.

» Viele dürften in der Zeit wohl gemerkt haben, dass Selbstorganisation und Disziplin im Studium doch nicht ganz so Larifari sind«

*

WIE LÄUFT EIN SEMESTER AB? WIE ORGANISIERST DU DICH?

Zunächst: Bei mir gibt es keine Semester, ergo auch keine Semesterferien. Wenn ich beschließe, dass ich frei mache, dann kann ich das tun. Wenn ich mir eine Deadline für eine Abgabe setze, dann ist es einzig und allein meine Deadline. Wenn ich ein Semester beende, dann tue ich das dann, wenn ich es möchte (im Zweifel zahle ich dann nur eben länger die Studiengebühren …).

In diesem Semester hatte ich fünf Module mit vier großen Abgaben und als meine einzige Klausur auch noch zu einer Hausarbeit wurde, war es wirklich kurzzeitig chaotisch. Dank meines Studienplans, den ich mir vorab immer erstelle, konnte ich aber schnell reagieren. In diesem Plan halte ich alle Module fest und lege mir selbst Deadlines für Abgaben und Klausuren.

Meine Studienbriefe beziehe ich online und lese sie am Tablet. Einen Stift hierfür kann ich nur empfehlen, so kann man sich während des Lesens schon Notizen machen und bestimmte Stellen markieren. Nach dem Beenden eines Studienbriefes beginne ich mit der Hausarbeit. Hier bin ich in diesem Semester dazu übergegangen, sie vorab komplett zu plotten und so alle Informationen auf einen Blick zu haben. Der Schreibprozess selbst wird verkürzt und ist deutlich effektiver.

Praktische Tools für mein Studium:

  • Google Drive als Ablage und zum Erstellen für Dokumente, Bilder und Arbeiten
  • Onleihe – als Bibliothek für schnelle Ratgeber und Fachliteratur
  • Statista und Google scholar sowie die Google Kreativitätswerkstatt als zusätzliche Quellen (v.a. auch für Kreative- und Medien-Studiengänge geeignet)

Auf der Homepage meiner Uni habe ich außerdem Zugang zu meinen Noten, sehe meine Abgaben und ausstehende Module. Ich kann hier auch jederzeit persönliche Notizen anlegen oder mir To Do-Listen schreiben.

»Wie willst du denn je jemanden kennenlernen, wenn du nie auf Studentenparties rumgemacht hast?«

*

KONTAKTE UND PARTIES

DAS Thema schlechthin, wenn ich über mein Studium erzähle. Ich kann die Frage immer schon hören, noch bevor sie gestellt wird: »Aber als Student muss man doch auch mit anderen feiern gehen und Kommilitonen treffen.« Oder kürzlich noch direkter: »Wie willst du denn je jemanden kennenlernen, wenn du nie auf Studentenparties rumgemacht hast?«

Ich kann den Gedanken dahinter durchaus nachvollziehen. Und ja, mein introvertiertes Ego und ich weinen uns jeden Abend in den Schlaf, weil ich wohl niemals einen Kerl kennenlernen, betrunken durch die Gegend rennen oder beim Tanzen so richtig bescheuert aussehen werde – tja, Pech gehabt!

Ich werde mir Erklärungen an dieser Stelle sparen. Die Leute glauben eh nur das, was sie glauben wollen. Aber ja, auch als Fernstudentin kann man durchaus Leute kennenlernen – sei es bei gemeinsamen Interessen, in Präsenz-Workshops, bei Klausuren oder eben in Bars und Clubs. Dort werde ich zwar regelmäßig nach meinem Ausweis gefragt, mit meinem Studium dürfte das aber relativ wenig zu tun haben …

HAST DU EINEN AUSGLEICH ZUM STUDIUM?

Vermutlich hätte ich mir den letzten Abschnitt sparen können, wenn ich euch jetzt sage, dass das Studium durchaus ein Ausgleich ist.

Ich habe Spaß an meinem Studium, den Inhalten, dem was ich lerne. Ich kann es dank der Bloggerarbeit und meinem Nebenjob direkt in der Praxis anwenden und liebe es so sehr! Vor allem, weil ich meinen Job, meine Hobbies und Leidenschaften auch noch mit Freunden teile. Warum sollte ich einen Ausgleich brauchen, wenn ich ständig das tue, was ich liebe und mich glücklich macht?

*

WÜRDEST DU SAGEN, DASS EIN FERNSTUDIUM LEICHTER IST ALS EIN PRÄSENZSTUDIUM?

Würdest du sagen, dass ein Medizinstudium schwerer ist als ein Medienstudium?
Diese Frage kann man nicht beantworten. Vielleicht schon, aber ich glaube, darum geht es nicht. Mein Studium fällt mir leicht, weil es mir Spaß macht. Es fällt mir leichter als ein Präsenzstudium, weil ich es mag, mich selbst zu organisieren. Also ja, für mich ist es leichter. Aber frag´mal einen Präsenzstudenten.

Warum sollte ich einen Ausgleich brauchen, wenn ich ständig das tue, was ich liebe und mich glücklich macht?

Ah, und falls die Frage auf den Inhalt des Studiums abzielt – der ist adäquat zu jedem anderen Studium im gleichen Studiengang. Es steht und fällt dann eben nur mit den Profs, den Möglichkeiten und Seminaren. Meine Uni kooperiert mit der Spiegel-Akademie. Alles in Richtung Journalismus und moderne, digitale Inhalte kann dort also nochmal priorisiert werden. Andere Unis haben da andere Partner und Coachings. Da müsst ihr einfach schauen, was zu euch passt und was ihr möchtet. 

IST EIN FERNSTUDIUM GLEICHWERTIG ZU EINEM NORMALEN STUDIUM? WELCHE BERUFSCHANCEN HAST DU SPÄTER?

Ist es. Ich habe exakt den gleichen Bachelorabschluss wie jeder andere Student auch. Manche Unternehmen nehmen sogar bevorzugt Fernstudenten, weil diese oftmals disziplinierter sind und davon auszugehen ist, dass sie sich gut selbst organisieren können. Beruflich würde ich also nicht sagen, dass meine Chancen schlechter stehen als bei einem Präsenzstudium. Und notfalls kann ich immer noch Influencer werden – was will ich mehr?

*

Vielleicht sollte man nicht alles aus diesem Beitrag ernst nehmen. Vielleicht spreche ich auch fließenden Sarkasmus und musste mal kurz mit der Klischée-Keule brechen. Vielleicht hat Euch der Beitrag aber auch weitergeholfen und ihr konntet eine Inspiration daraus mitnehmen.
Ich für meinen Teil kann nur immer wieder betonen, – und das meine ich zur Abwechslung mal total ernst -, wie sehr ich mein Studium, die Art so zu studieren, meine Freiheiten und daraus resultierende Möglichkeiten liebe. Natürlich ist das nichts für Jeden aber solange DU mit deinem Weg glücklich bist, ist daran sicher nichts verwerflich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.