Disneys »Die Eiskönigin – Das Musical«

Aufführungsdauer: 2:30 Stunden inkl. 30 minütiger Pause

wir saßen im linken Parkett, Reihe 19/ Platz 19 und 20.

Stage Theater an der Elbe (Norderelbstraße 8, Hamburg)

Meinung

Ich habe schon wirklich viele Musicals gesehen – dieses war sicher eines der besten überhaupt! Wer bei “Die Eiskönigin” an eine kitschige Prinzessinenshow und ein Replikat des Films denkt wird enttäuscht. Stattdessen erwartet das Publikum eine magische Inszenierung mit großartiger Musik und fantastischen Darsteller:innen. 

Allen voran natürlich Sabrina Weckerlin und Celena Pieper, die als Elsa und Anna zeigen, dass wahre Geschwisterliebe wirklich jedes Eis zum schmelzen bringt. Die beiden Darstellerinnen leben auf der Bühne ihren Traum – man merkt es jeder einzelnen Szene an. Da sind so viele Emotionen und Wärme in dieser unglaublich krassen Stimme von Sabrina, die als ruhiger und gleichzeitig kraftvoller Kontrast zur aufgeweckten Anna steht. Und wie passend Celena Pieper für diese Rolle gecastet ist, erlebt man spätestens im Zusammenspiel mit Milan van Waardenburg als Prinz Hans. Die beiden entwickeln in ihrem Duett “Liebe sie öffnet Türn’n” eine komödiantische Dynamik, die zum Teil zwar etwas unbeholfen, gerade deshalb aber sehr authentisch wirkt. Doch dabei bleibt es nicht: Anna, die im Grunde jede Szene des Stücks trägt, entwickelt sich zur selbstbewussten Prinzessin, die dem Fiesling Hans – liebe Musicalfans, Milan van Waardenburg kann auch richtig gut böse sein! – mehr als nur eine Ansage macht. 

Überraschung des Abends war für mich Elindo Avastia als Olaf. Ihn kennt man bisher nur aus niederländischen Musicalproduktionen. Wie gut ihm die Rolle des Schneemanns steht, wird schnell klar – die Lacher waren vom ersten Moment an auf seiner Seite. Musikalisch mehr hätte ich mir von Benét Monteiro als Kristoff gewünscht. Seine Songs waren ruhigeren Balladen, sodass er zwar im Zusammenspiel mit Antoine Banks-Sullivan als Sven eine starke schauspielerische Leistung erbrachte, gesanglich aber zwangsläufig in den Ensemblenummern und lauten Belts seiner Kolleg:innen unterging. 

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Highlight der Show, neben der fantastischen Cast, sind aber zweifelsohne die Licht- und Bühnentechnik. Die Magie geschieht direkt vor den Augen des Publikums. Nur eine einzige, kurze Sequenz wurde (zu Umbauzwecken) vor dem geschlossenen Vorhang gespielt. Ansonsten gefriert die Bühne innerhalb weniger Momente komplett zu Eis, werden ein glitzernder Eispalast, eine düstere Winterlandschaft oder gleich ein ganzes Schloss erschaffen. Und das alles ohne Überlänge durch zu lange Verfolgungsjagden oder unsinnige Dialoge. Die Cues sind punktuell getimed auf die Musik und verstärken in den richtigen Momenten die musikalische Leistung des kleinen (13 Personen sind kein Orchester!), aber trotzdem perfekt gemischten Orchesters und den Darstellenden auf der Bühne. On top kommen dann nur noch die magischen Bühnentricks – Quickchanges in Bruchteilen von Sekunden – inklusive. Und ja, natürlich weiß man theoretisch, wie es funktioniert, da es aber jedes Mal so überraschend kommt und man die technische Ausführung auch von den seitlichen Plätzen nicht sieht (anders als bei beispielsweise Aladdin), schaffen sie sogar für erfahrene Musicalgänger magische Erlebnisse. Das muss man einfach gesehen haben! 

Musical aus dem Hause Disney geht immer in die Vollen: große Harmonien, eindrucksvolle Bühneneffekte, vollbesetzte Ensembles, fantastische Hauptdarsteller:innen, schwer choreografierte Tanzszenen im Zusammenspiel mit einer herzerwärmend schönen Geschichte und bekannter Musik. Dieses Musical setzt jedoch die Kirsche auf die Torte und hat mich von der ersten bis zur letzten Sekunde lachen, weinen und mitfühlen lassen – so habe ich das selten in einer Show erlebt. Ein magisches Must See für die ganze Familie – geht hin, überzeugt euch selbst, liebt es!

Weitere Informationen

Hauptcast vom 10.11.2021:

Elsa: Sabrina Weckerlin (EB)

Anna: Celena Pieper (EB)

Kristoff: Benét Monteiro (EB)

Olaf: Elindo Avastia (EB)

Prinz Hans: Milan van Waardenburg (EB)

von Pitzbühl Eric Minsk (EB)

Sven: Peter Linsky (EB)

Bulda: Kimberly Thompson (EB)

Königin Iduna: Lanie Sumalinog (EB)

Oaken: Marlon Wehmeier (EB)

Pabbie: David Negletto (EB)

König Agnarr: Dominik Doll (EB)

Kinderdarstellerinnen: Lina (junge Elsa) und Stella (junge Anna)

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