Seelenkriege- Kaiser und Drachen [Rezension]

Bildergebnis für seelenkrieger dominique stalder„Stalder schafft es wie kein anderer, die Emotionen in einer Szene zu beschreiben und die Atmosphäre um die Figuren zu legen“

 

Autor: Dominique Stalder

 

Preis: 14,99€

 

Verlag: Hawkify Books

 

Seiten: 350

 

Inhalt

Um den großen Krieg zu beenden, mussten drei mächtige Drachen sterben. Nun droht der seit 400 Jahren andauernde Frieden in Dantalion zu zerbrechen.
 
Als der Kaiser ermordet wird, ahnt niemand, welche Gefahr dem Reich tatsächlich droht. Der Meuchelmörder Sion gerät unter Verdacht und kann seinem verdrängten Ich nicht länger den Rücken zuwenden. Die junge Inari Jalia steht kurz vor ihrer Flügelweihe, als ihre Wolkenstadt von Unbekannten angegriffen wird. Und im Norden kämpft Fragas mit seinem Wolf gegen das Schwarze Volk.
 
Nur noch die Seelen der alten Drachen scheinen das drohende Ende der Welt abwenden zu können. Eine gefährliche Suche beginnt …
Meinung

„Seelenkriege- Kaiser und Drachen“ macht optisch wahnsinnig was her, das Cover ist wunderschön und durch die kleinen aber auffälligen Highlights ein richtiger Eyecatcher. Hätte ich das Buch normal in der Buchhandlung gesehen, wäre es ein absoluter Coverkauf gewesen.

 

Leider muss ich sagen, dass mir der Inhalt nicht ganz so zugesagt hat wie die Optik. Hier kann Stalder definitiv mehr, hat in „Station 8“ und „der Wanderer“ – Reihe mehr Potential gezeigt, war innovativer und hat mich in seinen Bann gezogen. Dieses Talent, seine Magie habe ich in diesem Roman wirklich vermisst.

Das Buch ist grob in drei Handlungsebenen gegliedert, die von verschiedenen Protagonisten getragen werden.  Zum einen der Kampf, den Fragas gegen das schwarze Volk führt, Jalia, eine junge Inari, die kurz vor ihrer Flügelweihe steht und Sion, der verdächtigte Kaisermörder. Sie alle kämpfen nicht nur mit den Gefahren und Problemen der Gegenwart, sondern müssen sich ebenso mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

Insbesondere Sion als Charakter hätte hier interessant werden können. Er gibt viel, hat großes Potential, eine Geschichte zu tragen und ist interessant, da er eben nicht nur stark, mutig und gefährlich ist, sondern auch mit einer Zerbrechlichkeit überzeugt, die überraschend sein kann. Ich schreibe bewusst kann, denn für mich war er langweilig, vorhersehbar. Ich kannte ihn bereits aus „der Wanderer“. Einer völlig anderen Reihe, die jedoch nicht wenige Parallelen zu „Seelenkriege“ gezogen hat. Die Protagonisten wirkten alle, wie aus Stalders Veröffentlichungs- Debüt. Hier hatte ich die starken Charaktere gelobt, doch in „Seelenkriege“ ist es mir leider eher negativ aufgefallen.

Ich glaube, würde man „Haric“, „Tulan“ und „Madrak“ („der Wanderer“- Reihe) nicht kennen, würde es nicht auffallen und die auftretenden Figuren würden als neu und spannend gelten. Hier haben sie leider dazu geführt, dass ich ab der Hälfte ernsthaft überlegt habe das Ganze abzubrechen.

Einzig und allein der Schreibstil des Autoren hat mich dabeiblieben lassen. Hier liegt – wie in jedem der Romane – seine Stärke.   Stalder schafft es wie kein anderer, die Emotionen in einer Szene zu beschreiben und die Atmosphäre um die Figuren zu legen, sodass sie eins bilden, dadurch Spannung aufgebaut wird und die Geschichte zu einem Gesamtwerk voller interessanter Momente und starken Dialogen wird. Auch in „Seelenkriege“ liegt hier definitiv die Stärke des Romans, doch er ist eben nicht so vollendet wie andere Werke. Zum Ende hin hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass es immer schneller ging und alles, was aufgebaut wurde, auf der Strecke blieb.

Für mich haben sich Kapitel im Kreis gedreht und mehrfach das gleiche erzählt, immer auf den Krieg angespielt, aber mir als Leser keine neuen Details geliefert, es wurde langatmig. Ja, auch ein wenig Länge gehört zu einem Fantasyroman, hier und da dürfen Szenerien durchaus breiter erzählt werden, doch die Spannung war komplett weg.

Ich habe die ganze Zeit gewartet, auf neue Dialoge, den Moment, der den Knoten löst und nicht zuletzt auch auf die Drachen, die im Klappentext mehrfach erwähnt wurden und im Roman nur in Nebensätzen Erwähnung fanden. Ein gut platziertes Überraschungsmoment, ein Drache oder wenigstens seine fühlbare Präsenz hätten für mich den Wendepunkt gegeben, der gebraucht wurde.

Zum Ende hin wurde der Roman wieder stärker. Das Ende war stabil, hat gezeigt, wie es weitergehen könnte und hat mich aufhorchen lassen. Auch, wenn ich mir den Clifhanger ein wenig anders gewünscht hätte, so war es doch ein gelungenes offenes Ende.

Ich vergebe gut gemeinte 2,5/ 5 Sterne für einen Roman mit guten Ansätzen, der jedoch längst nicht all das zeigt, was Dominique wirklich kann. Ich bin gespannt, wie es im zweiten Teil weitergehen wird und ob dieser es dann schafft, auch mich zu überzeugen.

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