Mama & Sam (Sarah Kuttner)

Stell dir vor, deine Mama ist in Sam Heughan verliebt. Nicht den echten natürlich, sondern einen Love-Scammer der sich für Sam ausgibt. Und stell dir vor, die Liebe geht so weit, dass sie ihm in einem Jahr insgesamt über 100.000 Euro überweist und dann tot ist. Diese Geschichte ist keine Fiktion, sondern der Mutter der Autorin Sarah Kuttner genau so passiert. Im Buch arbeitet sie Stück für Stück anhand der echten Chats ihrer Mutter heraus, wie es dazu kommen konnte, wann sich ihre Mutter sozial isoliert hat und wieso sie die Betrugsmasche nicht erkannte. 

Das klingt als digital Native ganz schön absurd, immerhin bekommt heute jeder Teenager Nachrichten von Fanseiten, ominösen Liebhabern oder einfach strangen Menschen im Internet. Doch Sarah Kuttner benennt es so eindringlich wie präzise: Sie ist unglücklich, und unglückliche Mensche glauben leichter. Man nennt es Hoffnung. 

 

Dieses Buch macht nur wenig Hoffnung, trotzdem ist es herausragend. Vielleicht, weil es so eindringlich und mit dieser autofiktionalen Stimme ist. Vielleicht, weil Sarah Kuttner diese leisen Zwischentöne, die Empathie und auch Emotionen so gut kann. Vielleicht aber auch, weil dieser Fall so absurd ist und man wieder da sitzt und sich denkt: sowas passiert mir schon nicht. Wie auch immer: ich hab es inhaliert. 



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