Geteilte Hölle (Rezension)

41r9RSw2e4L._SX350_BO1,204,203,200_„Das war sie also, die Geschichte eines halben Jahres, die ihr ganzes Leben umgekrempelt und alles verändert hatte…“ 

 

Autor: Michael Räuber

 

Preis: 11,99€

 

Verlag: Twenty Six

 

Seiten: 295

Inhalt

Ein verdrängtes Trauma wirft Maria in die Vergangenheit zurück:
In der DDR 1961 entgeht dem Stasi scheinbar nichts, er ist für alles zuständig, ahndet scheinbar jede Verfehlung. Doch das Doppelleben des Pastors in Neburg nimmt niemand zur Kenntnis. Maria, neu in Neburg, scheint geradezu prädestiniert, über die Fallstricke unmenschlichen Verhaltens zu stolpern. Eine große Liebe bestärkt sie, ihren geraden Weg aufrichtig zu gehen. Sie kann immer weniger schweigen. Als sie schließlich handeln muss, steht ihre Existenz auf dem Spiel…

 

Meinung

Ich bewerte Bücher, keine Menschen oder deren privates Leben! Behaltet das bitte immer im Hinterkopf, wenn ihr eine meiner Rezensionen lest.

Als ich mit dem Buch begann, war ich voller Erwartungen, was mich wohl bei diesem sehr schweren Thema erwarten wird? Welche Grundstimmung trägt der Roman, der auf sehr realen Geschehnissen basiert? Wie sachlich oder emotional schreibt der Autor? Wird es eher eine Beschreibung von Ereignissen oder gar eine subjektive „Abrechnung“?

Ich kann ehrlich gesagt nicht beurteilen, ob ich das Buch als Coverkauf erworben hätte – wohl eher nicht. Es wirkt auf mich von außen etwas unfertig und das Design spricht mich persönlich nicht an. Vielleicht liegt es an den zwei Händen, auf dem Cover, ein Symbol, welches man überall sieht und das ich daher eher übersehe.

„Geteilte Hölle“ ist zunächst ein Roman mit stabilen Charakteren, die für den Leser konstant präsent sind und dem Buch eine gute Basis geben. Ich denke, dass über Maria, eine junge Ärztin, jedoch noch viel mehr hätte berichtet werden können. Manchmal kamen mir die Gedanken der Protagonisten zu kurz und sie wirkten dadurch vereinzelt etwas kalt und abweisend. Es fehlen die „Ecken und Kanten“.   Gerade die Liebesgeschichte zwischen Maria und ihrem Geliebten erlebte ich unpersönlich; da ist keine Schwärmerei, da ist keine Liebe…-  es IST einfach nur so und das hat mich als Leserin ziemlich gestört. Ich verzichte auf ausschweifende Liebesszenen sehr gerne, aber ein paar mehr Emotionen zwischen den beiden wären durchaus normal in einer Beziehung.

Gleichzeitig möchte ich sagen, dass mir gerade die Entwicklung Marias sehr gefällt. Immer wieder merkt man, wie sie innerlich wächst und nicht mehr schweigen kann. Aus einer jungen, doch sehr naiven Frau, wurde eine starke Persönlichkeit.

Leider muss ich sagen, dass mir der Schreibstil nicht zugesagt hat. Situationen wurden mir teilweise einfach zu langatmig und langweilig oder wurden plötzlich so schnell abgespult, dass ich kaum hinterherkam und mich gefragt habe, ob der Autor (bewusst?) etwas übergeht, oder einfach nur „schnell fertigwerden wollte“. Mit der Spannung wurde mir zu wenig gespielt; ich habe das Gefühl vermisst, mich total in dem Buch zu verlieren, weil es so mitreißend ist. Es wurde kaum mit Zeitraffern oder wirklichen Spannungsbögen gearbeitet. Die Figuren hatten keine Zeit, zum Aufblühen oder Luftholen. Es wirkt dadurch etwas unplanmäßig aufgeschrieben und für mich persönlich war der klare rote Faden leider zu technisch.

Ich als junge Leserin, die von der DDR und damit verbundenen Machtspielen nur noch in der Schule lernt, kann aber sagen, dass ich einige neue geschichtliche Erkenntnisse aus dem Buch mitnehmen konnte. Viele Zusammenhänge wurden näher beleuchtet und ich konnte mir teilweise sehr bildlich vorstellen, wie die damalige Zeit war.

Der Roman konnte mich leider nur bedingt überzeugen und ich habe ehrlich gesagt etwas mehr erwartet. Als Debüt-Roman ist es jedoch ein guter Einstieg und ich bewundere jeden, der sich hinsetzt und autobiografisch schreibt. Mein persönlicher Grund, weshalb ich an dieser Stelle normalerweise keine Bewertung vornehme.

Aus objektiver Sicht würde ich das Buch mit 2,5/ 5 Sternen bewerten.

1 Kommentar

  1. Hallo Sahra,
    Du kannst stolz auf Dich sein mit welchem Ernst und welcher Sachlickeit Du die gelesenen Bücher speziell geteilte Hölle rezensiert hast. Für mich als Autor von „Geteilete Hölle“ ein großes Kompliment, dass Du dir mein Buch vorgenommen hast, das ich dir für die Rezension gern zurückgebe. Deine Sprache beeindruckt mich und die Ehrlichkeit mit der Du schreibst macht Deine Rezension für mich wertvoll. Beim Schreiben habe ich mich wie in einer einsamen Klause gefühlt, hoffend und bangend, ob das Werk wohl angenommen und verstanden wird. Da ist jede Rezension eine Bestätigung und wertvoller als jeder Buchverkauf. Insofern habe ich Grund dir zu danken.
    Und Falls Du es noch nicht versucht hben solltest, selbst eine Geschichte zu schreiben, ich denke du hast das Zeug dazu selbst Autorin zu werden.
    Herzliche Grüße und mach weiter so….
    Michael Räuber

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