Fakenews, Fake-Anrufe, Fake-Profile – digitale Täuschung ist längst ein globales Phänomen. Doch was, wenn Deepfakes nicht nur manipulieren, sondern eskalieren? Wenn Maschinen Realität inszenieren, bis Flugzeuge abgeschossen, Nachrichtenströme global umprogrammiert und ganze Sicherheitssysteme zum Einsturz gebracht werden?
Grandl entwirft kein spekulatives Zukunftsszenario, sondern einen präzise recherchierten Albtraum der Gegenwart. Was wie Fiktion klingt, basiert auf realen Technologien, politischen Dynamiken und psychologischen Mechanismen. In mehr als fünfzehn ineinander verwobenen Erzählsträngen entwirft er ein globales Panorama der Manipulation.
Da ist der Ermittler Valentine O’Brien, für den der Fall schnell persönlich wird. Die hochsensible Cyber-Crime-Expertin Seiko, Interpol-Militärchefin Camille oder New-York-Times-Archivarin Jill. Figuren, die so gut passen, so spannend und besonders sind, dass man sie trotz des rasanten Tempos und der immer neuen Konstellationen mühelos auseinander halten kann. Der Thriller kombiniert das Tempo eines Hochspannungsromans mit der Tiefe eines geopolitischen Dossiers. Journalismus, digitale Kriegsführung, soziale Manipulation: Reset gleicht einem literarischen Whistleblow.
Grandl weiß, wie eine gute Geschichte funktionieren muss und dass er seinen Leser:innen die gleiche Detailverliebtheit zutrauen kann, die er selbst immer wieder mit seinen Büchern beweist. In einem deutschsprachigen Buchmarkt, der Politthriller oft mit Agentenplots verwechselt, sticht Reset heraus wie ein Leak im globalen Informationsnetz. Für mich der vielleicht relevanteste Thriller des Jahres.
Reset (Peter Grandl)