Der Libanese [Clemens Murath]

Kriminalroman von Clemens Murath
12,99€ (ebook), 16,00€ (broschiert), Heyne Hardcore

Jeder ist einfach Arschloch!

Arslan Aziz ist der Drogenbaron von Berlin. Er und seine libanesische Familie kontrollieren die dreckigen Geschäfte hinter verschlossen Türen, immer im Visier des LKA und Hauptermittler Frank Bosman. Dieser sieht seine Chance den Clan auffliegen zu lassen, als es zu einer tödlichen Auseinandersetzung mit der albanischen Mafia kommt, bei der er am Ende selbst ins Schussfeld gerät. Plötzlich ist der Clan Bosmans kleinstes Problem und er selbst wird zum Mittelpunkt der Ermittlungen …

Clemens Murath ist bekannt als Drebuchautor für TV-Krimis und so liest sich auch sein Debüt: Durchdacht, perfekt inszeniert mit harten Dialogen. Political correctness? Fehlanzeige. Saubere Polizeiarbeit? Denkste! Selbstjustiz und die kompromisslosen Regeln des Untergrunds geben den Ton an, Prostitution und Schutzgelderpressung inklusive. Sympathieträger gibt es keine, jeder ist einfach Arschloch – mal mit Hirn und Ausstrahlung, mal durch rohe Gewalt. Ein durchaus spannender Figurenmix, der nebenbei für viele schwarzhumorige Steilvorlagen sorgt, die der Autor allesamt verwandelt. Am Ende mündet’s dann in eine Hetzjagd: jeder gegen jeden. Hier wären ein, zwei Figuren weniger sicher mehr gewesen, dann hätte der filmreife Showdown noch mehr geknallt, so ist leider einiges auf halber Strecke verpufft.

Im Roman wird viel geflucht, beim Lesen war mein einziger Gedanke irgendwann … “Fuck it”. Ermittler Frank Bosman, Familienvater und Idiot vor dem Herrn, vögelt auf der versifften Damentoilette seine einzige Zeugin, die ihn für ihre eigene Lust ausspielt – fuck it. Seite fünf, schon wieder drei Leute tot, noch mehr Geldwäsche – fuck it. Schießwütige Robin Hoods mit Hang zur größenwahnsinnigen Selbstjustiz – fuck it. Und auch: Fuck it, das war, bis auf wenige Aussetzer, wirklich gut!


Achtung, in diesen Roman gibt es viele explizite Gewalt-,  Sex- und Vergewaltigungsszenen. Wenn es dir mit diesen Themen nicht gut geht, lies das Buch bitte nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.