Es ist nicht meine Show und ich denke nicht, dass ich sie mir nochmal ansehen werde. Bereue ich den Besuch? Auf keinen Fall. Für das Ambiente, die Kulisse, die Stimmen und Darsteller:innen lohnt sich ein Besuch trotz allem. Man sollte nur darauf vorbereitet sein, dass die Show ein Relikt aus den späten 80ern ist und kein modernes Rockmusical.
Kategorie: Musicalkritik
& Julia in Hamburg: Was für eine Musicalparty!
»&Julia« ist für mich eines der besten Stücke, das Hamburg seit langem gesehen hat. Was für eine Musicalparty. Lauft!
Hercules das Musical: Chaosgötter und Disney-Stimmen
Wenn man in Hamburg ist und nur ein Musical sehen kann – nein. Definitiv nicht. Als Fan von Disney, wenn man öfter mal in ein Musical geht – warum nicht. Ihr werdet einen guten Abend haben, wenn ihr nicht zu viel über alles nachdenkt. Man kann das schon machen. Einmal. Ich bin trotzdem ziemlich enttäuscht.
CABARET das Musical: erotische Sehnsucht & politisches Fernweh
Es wird immer klarer, mit welcher Aktualität die Themen daherkommen – der offene Faschismus, die sexuelle Freiheit und Gleichberechtigung, die politische Naivität einer Sally Bowles, die blinde narrenfreiheit des Conférenciers, die Provokationen und der Hass auf das Fremde. Man kann nur zu diesem einmaligen Stück gratulieren und sich irgendwie wünschen, dass es ganz bald an Aktualität verliert – und gleichzeitig, dass sie nie aufhören, darüber zu singen. Life is a cabaret!
Ku’Damm 59 das Musical: Tiefgang, Sinnlichkeit & Halligalli
Das Theater des Westens in Berlin setzt mit dem Musical Ku’Damm 59 ein ein Statement für Theater mit Haltung und ganz viel Herz. Ich liebe das!
Chicago in der Komischen Oper – Lust, Glamour & all der Jazz!
Was für ein Erlebnis, was für eine Inszenierung und so schön, dieses Musical in all seiner Klassik, seinem pointierten Overdress und der Opulenz so auf eine Bühne zu bringen.
Moulin Rouge in Köln: Jukebox mit Tiefgang
Das sind Broadway, 20er-Varieté und hervorragende Unterhaltung in einem mit dem pompösen Anspruch, die glamouröseste, offenherzigste und wildeste Show Deutschlands zu sein. Und ich sag mal so: Der Schuss war ein Volltreffer.
GHOST – Nachricht von Sam: berührende Liebesgeschichte in cooler Inszenierung
GHOST – NACHRICHT VON SAM ist eines dieser Musicals, die einfach schön und berührend sind. Die Geschichte, die Komposition und die Darsteller:innen auf der Bühne liefern die perfekte Gesamtleistung ab und überzeugen auf ganzer Linie.
Linie 1 im Grips Theater: aus der Zeit gefallene Neuinszenierung mit Nostalgie-Garantie.
Vermutlich hätte eine komplette, auch inhaltliche, Überarbeitung gar nicht funktioniert – das ältere Publikum hätte gestreikt, Natalie ihren Typen bei Tinder gematcht und ihn nach zwei Stationen in der Bahn gegen einen Hipster eingetauscht. Immerhin hätte dieser auch 2023 Mom-Jeans und Schulterpolster zu Oversize-Prints getragen.
»Jugend ohne Gott« in der Blechbüchse: Haltungsverlust auf der Bühne
Mit seiner politischen Kritik und den moralisch diskutierbaren Haltungen könnte es eigentlich kein relevanteres und spannenderes Stück für die Abschlussarbeit eines Studienganges geben, als Ödön von Horwarths »Jugend ohne Gott«. Im bezeichnenden Fall der Inszenierung der Theaterakademie Vorpommern aber auch keinen eindeutigeren Haltungsverlust auf einer Bühne.